Was uns 2017 im Online-Marketing erwartet

Mit Kampagnen, die Online-Marketing-Trends folgen, ist es wie mit Silvesterraketen. Einige schießen nach dem Zünden steil nach oben, um den sternenklaren Winternachthimmel oder die unendlichen Weiten des WWW mit einem farbenfrohen Funkenregen zu erhellen und die Raketen-Follower zu „Ohhs“, „Ahhs“ und Likes zu bewegen. Andere rühren sich nicht von der Stelle oder steigen ein kurzes Stück, um mit einem mauen Glimmen zu verpuffen oder gar unexplodierter Dinge wieder auf den Boden (der Tatsachen) zurückzufallen.

Leider stellt sich erst heraus, ob Feuerwerksraketen oder auf der Basis von Trends generierte Online-Marketing-Maßnahmen zünden oder versagen werden, wenn Zeit und Geld bereits investiert sind. Also lassen wir unseren Sampler nach Klarinetten, Trompeten und Flügelhörner klingen, schnappen uns ein Schlagzeug und rocken ausnahmsweise Händels Feuerwerksmusik, während wir in unsere Glaskugel und gen Zukunft blicken, um zu erfahren, welche Online-Marketing-Trends das Jahr 2017 mit Sicherheit erleuchten werden.

1. Mach‘s Mobile

Eine Trend-Rakete, die sich schon weit vor dem letztjährigen Silvester in den Äther schraubte, deren anschwellende Funkenfontäne so mancher Versender von Newslettern, Onlineshop-Betreiber oder Marketer aber immer noch nicht recht wahrgenommen hat, ist die Optimierung von E-Mails, Webseiten und Inhalten für den Zugriff durch Mobiltelefone. Die Anzahl der User, die für den Besuch einer Webseite ihr Smartphone verwenden, steigt weiterhin, während der Desktop-Traffic zurückgeht. Laut eMarketer soll im Jahr 2018 schon über ein Drittel der Weltbevölkerung (nahezu 2,6 Milliarden Menschen) ein Smartphone nutzen und damit freilich auch im Internet unterwegs sein.

Mobil-User entwickeln eigene Gewohnheiten und Ansprüche. 74 % von ihnen kehren Google zufolge lieber zu einer Seite zurück, die auf dem Smartphone fehlerfrei funktioniert; und 67 % tätigen ihre Einkäufe lieber auf einer Seite, die für die mobile Nutzung optimiert ist. Wer im Jahr 2017 also auf eine mobile Website mit schnellen Ladezeiten, passender Gestaltung und geeigneten Inhalten setzt, ist auf dem richtigen Weg; zumal Google daran, dass Inhalte, die auf dem Desktop gut ranken, auch mobil gut bewertet werden, über kurz oder lang wohl auch etwas ändern wird.

Wer das Feuerwerk für das übernächste Jahr schon an den Start bringen will, sollte heute vielleicht auch schon an die Optimierung seiner Seiten und Inhalte für andere smarte Endgeräte wie Connected Cars, internetfähige Kühlschränke oder Smart Glasses denken, mit denen man auch im Internet surfen und die Google-Suche bedienen kann.

2. Benutzerfreundlichkeit

Dass sich beim User eine besonders positive Nutzererfahrung einstellt, ist jedoch nicht nur beim Homepagebesuch über das Mobiltelefon von Bedeutung. Online-Käufer verlangen vom Shop ihres Vertrauens auch abseits des Smartphone-Zugriffs den schon sprichwörtlichen „Wohlfühlfaktor“, den kleinen Bruder des ebenso obskuren wie oft bemühten „Wow-Effekts“. Um nicht mit hohen Absprungraten oder kurzer Verweildauer ohne Conversion bedacht zu werden, sollten Seitenbetreiber und Shopbesitzer ihren Nutzern das perfekte Online-Erlebnis bieten. Darauf zu setzen, dass den potentiellen Kunden gefällt, was dem Webmaster gefällt, scheint dabei der falsche Weg zu sein. Erfolgversprechender sind ein Hineinversetzen in den Kunden sowie eine Analyse der Kundenbedürfnisse, bei der sich Online- oder Offline-Umfragen oder die Auswertung der Konversationen und Kommentare im Social-Media-Bereich als zielführend erweisen.

Um die positive Nutzererfahrung zum Nutzererlebnis und Interessenten zu Stammkunden oder -besuchern werden zu lassen, heißt es 2017 auch, verstärkt auf „Experience Design“ zu setzen. Indem der Anwender in einer emotionalen (Einkaufs-)Welt auf die Reise geschickt wird, die seine Präferenzen berücksichtigt, in der er aktiv bei seinen Entscheidungen unterstützt wird und in der Aktionen zum positiven Erlebnis werden, kann im besten Fall eine Bindung an den Anbieter entstehen. Auch hier braucht es Wissen zu den Nutzern und Nutzergruppen und darüber, wie diese mit der Plattform umgehen. An qualitativ hochwertigem Unique oder gar Epic Content, der sich sowohl in der Themen- als auch in der Sprachwahl an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert, führt dabei freilich auch im neuen Jahr kein Weg vorbei.

3. Live is Life – auch im Content- und Video-Bereich

Raketen, die schon gestartet sind und im nächsten Jahr in den vielfältigsten Farben den Online Marketing-Himmel erleuchten werden, sind Live-Video, Real-Time Content und alles, was in puncto Echtzeitmarketing in der großen Feuerwerkskiste abgeht. Unternehmen und Marketer, die darauf setzen werden, User mit Live-Content wie der Live-Übertragung einer Store-Eröffnung oder einem Live-Interview mit User-Fragen abzuholen, können 2017 nur richtigliegen. Dank Twitters Live Streaming Video-Dienst Periscope, Facebook Live oder Snapchat haben sich die Nutzer ohnehin längst daran gewöhnt, Content mitzugestalten. Gerade am Beispiel des Erfolgs von Snapchat ist deutlich geworden, dass die breite Masse zu den Wurzeln sozialer Netzwerke zurückkehren und Bilder und Infos in Echtzeit und nicht erst nach langer Planung und Bearbeitung lesen und teilen will. Auf diesen Wunsch nach sofortiger, authentischer und ungeschönter Kommunikation einzugehen bedeutet, User und Kunden genau dort abzuholen, wo sie gerade sind und vermittelt ihnen bestenfalls das Gefühl, Teil des live kommunizierenden Unternehmens oder Anbieters und jederzeit mitten im Geschehen zu sein.

4. Voice Search

Vor zwei Wochen erst haben wir darüber berichtet, dass die Internetsuche, die per Sprachbefehl gesteuert beziehungsweise angestoßen wird, in den nächsten Jahren einen Raketenstart hinlegen und noch länger am Firmament zu sehen sein wird. Nicht umsonst sorgen sich Analysten schon jetzt um Googles Werbeumsatz, der überwiegend über die Anzeigen in den Ergebnislisten generiert wird und der in Gefahr ist, wenn der mündlichen Suchanfrage künftig eine Antwort per Sprachausgabe folgt (mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Beitrag „Ok Google, ist die Sprachsuche schlecht für Dein Geschäft?“). Die Aussicht, dass die Sprachsuche im Jahr 2020 bereits 50 % der Internetsuche ausmacht, wirkt sich aber nicht nur auf die Sorgenfalten der Analysten, sondern auch auf Online Marketing-Maßnahmen aus.

Schon jetzt sind Marketer darum bemüht, wie Käufer und Suchende zu denken und Title, Meta-Descriptions und Texte darauf abzustimmen. Wird die Suchanfrage demnächst nicht mehr eingetippt, sondern mündlich an den Sprachassistenten adressiert, verändern sich wohl auch die Anfragen. Während die knappe, bei Google eingegebene Suchphrase „Café Innenstadt München“ lautet, wird mit Siri und Co. wohl eher über ganze Fragen wie „Weißt Du ein Café in der Nähe vom Marienplatz, das ab 9 Uhr geöffnet hat?“ kommuniziert werden. Somit dürfte beispielsweise ein größerer Bedarf an Content entstehen, der auf Longtail-Keywords optimiert ist.

5. Influencer Marketing

Wer hat nicht schon vom Trend des Influencer Marketing, des „New King of Content“ gehört, der in den USA bereits voll durchgestartet ist und in Deutschland quasi kurz vor der Zündung steht? Vom Einfluss und von der Reichweite von Bloggern, Youtubern und anderen wichtigen Meinungsmachern gehört zu haben, wird im Jahr 2017 für viele Unternehmen aber nicht mehr ausreichen. Weitaus besser ist es, an den Möglichkeiten, welche die Multiplikatoren der neuen Medienwelt haben und die traditionelle Medien in vielen Bereichen abgelöst haben, zu partizipieren. Um erfolgreich an Influencer heranzutreten, die das Vertrauen von Rezipienten und Konsumenten gleichermaßen genießen und in der Lage sind, deren Verhalten im Sinne eines Unternehmens zu beeinflussen, heißt es zunächst, einige grundlegende Sachen zu verstehen.

  • Der Aufbau eines erfolgreichen Blogs oder YouTube-Kanals hat vermutlich viele Jahre Arbeit gekostet.
  • Blogger sind auf ihre Community und ihre Follower angewiesen.
  • Blogger wollen ihren Followern authentische Inhalte präsentieren, zu denen sie guten Gewissens stehen können.
  • Der Wille, die Follower nicht zu verlieren und die Community weiter auszubauen, steht über allem.

Aus diesen Gründen können Marketer, die Bloggern lediglich ihre Informationen zusenden in Erwartung, dass diese selbstverständlich publiziert werden, kaum auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit hoffen. Wer allerdings einen Teil seines Budgets für die Arbeit mit Bloggern einplant und damit der Leistung der Meinungsmacher Rechnung trägt, kann sich oft eine zielführende Kooperation sichern. Wie man die Blogger, die den Entscheidungsprozess der Zielgruppe am besten positiv beeinflussen können, aus dem Netz fischt, erfahren Sie mit Sicherheit bei der ersten All Influencer Maketing Conference, die am 15. März 2017 in München ihre Tore öffnen wird.  

Wir von ROCKIT-INTERNET sind mit unseren strategischen Überlegungen jedenfalls so gut aufgestellt, dass wir das Feuerzeug nur noch an die Lunte halten müssen, um unsere Rakete für 2017 starten zu können. Und wir freuen uns auf die nächsten Trends und Entwicklungen, denn Jahr für Jahr dieselben Leuchtspuren am Himmel zu ziehen, ist nicht Rock’nRoll, sondern Helene Fischer gekreuzt mit Howard Carpendale.

Sie möchten 2017 durchstarten?
Wir rocken das für Sie!

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ROCKIT Team

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bei ROCKIT-INTERNET GmbH

Unser Know-how und unsere langjährige Erfahrung für Ihren Erfolg! Seit 2002 rocken wir das Online Marketing speziell die Suchmaschinenoptimierung (SEO), Google-AdWords (SEA) und YouTube-Marketing.

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