Ok Google, ist die Sprachsuche schlecht für Dein Geschäft?

Für uns ist eines klar: Während wir für unsere Kunden das Internet rocken, wollen wir unser Ohr immer auch am Beat der Zeit haben. Ende letzter Woche konnten wir nicht umhin, den leisen Skeptik-Sound zu vernehmen, der dem Google Inc.-CEO Sundar Pinchai beim earnings call für den Mutterkonzern Alphabet von Analysten-Seite entgegenschlug. Negative Folgen der sich verbreitenden Sprachsuche für Googles Werbeumsatz – das war die Sorge, die die Analysten umtrieb und mit der sie wiederholt an den indischen Manager herantraten. Grund genug für uns, nach der Berechtigung dieser Ängste zu fragen.

Tippen Sie noch oder sprechen Sie schon?

Wo finde ich die nächstgelegene Apotheke? Erreiche ich den Bus nach Hause noch? Die Information, die man braucht, ist in jeder erdenklichen Situation des Alltags nur einen Griff zum smarten Helferlein und eine Suche im Internet weit entfernt. Aber: Das Durchforsten langer Ergebnislisten und das An- und Wegklicken unbrauchbarer Seiten kostet Zeit. Zeit, die oft nicht vorhanden ist, wenn klare Antworten gefragt sind, damit die richtige Entscheidung getroffen werden kann.

Google hat das längst erkannt und liefert seinen Nutzern mit den intelligenten Such- und Antwortmöglichkeiten per Sprachassistent direkt die gewünschten Hinweise, die dann zum Beispiel den Anstoß für das Ansteuern des drei Querstraßen entfernten Ärztehauses geben. Ein besonderer Vorteil: Tablet oder Smartphone müssen dank Headset und „Ok Google“-Kommando nicht mal in die Hand genommen werden. So kann der Rechner im Büro bereits heruntergefahren werden, während die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Busses per Sprachausgabe mitgeteilt wird.

Als Spracherkennung und Sprachsuche noch in den Kinderschuhen steckten, wurde die Funktion eher benutzt, um sich die Eingabe der Suchanfrage per Hand zu ersparen. Die begehrte Auskunft musste über die klassische Auflistung der Ergebnisse dann aber doch selbst mühsam aus dem Netz gefischt werden. Mittlerweile führt die Sprachsuche (solange funktionierende Kommandos verwendet werden) zu dem einen gewünschten und vom Sprachassistenten „maschinenmündlich“ mitgeteilten Ergebnis. Da immer mehr persönliche Daten – wie die Koordinaten von Arbeitsplatz und Zuhause – verarbeitet werden, erhält der Nutzer präzise auf ihn abgestimmte, personalisierte Antworten.

Keine Ergebnislisten – keine Umsatz-Ergebnisse?

Darin aber, dass man die Information erhält, ohne Smartphone oder Tablet auch nur eines einzigen Blickes gewürdigt oder auch nur eine einzige Liste mit zehn blauen Links gesehen zu haben, liegen die Befürchtungen der Analysten begründet, die sich jüngst an Pinchai wandten. Immerhin stellen die Werbeanzeigen, die von Google in den Ergebnislisten ausgespielt werden, die Haupteinnahmequelle des Internetgiganten dar. Wie soll diese Quelle weiterhin Geld in die Google-Kassen spülen, wenn immer weniger Nutzer die Websuche und die darauffolgenden Werbeanzeigen-Treffer überhaupt zu Gesicht bekommen? Bei den 19,82 Milliarden US-Dollar Umsatz, die durch das Anzeigengeschäft im dritten Quartal diesen Jahres erwirtschaftet wurden, handelt es sich immerhin um 88 % des Gesamtumsatzes von Alphabet.

Für uns klingt das nach einer ernstzunehmenden Herausforderung, zumal sich die User auch dank weiterer Sprachassistenten wie Apples Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Alexa schnell an die mit Sprachsteuerung und künstlicher Intelligenz operierende Websuche 3.0 gewöhnen. Die Sprachanfragen, die allein von Google tagtäglich verarbeitet werden, bewegen sich bereits um die 400 Millionen. Zeit für Google, neben den Plänen zur gezielteren Beantwortung von Fragen via Voice in der Zukunft, auch einen Plan für die Monetarisierung der Sprachsuche in der Tasche zu haben.

Audio-Werbung als Allheilmittel?

Dass Audio-Werbung die Lösung sein könnte, um auch über die Sprachsuche Umsatz zu generieren, liegt nahe. Immerhin hat Google auch in der Vergangenheit schon mit Audio-Spots experimentiert und könnte dieses Geschäftsmodell im Rahmen der Entwicklung der Sprachassistenten erneut beleben. Sundar Pinchai wollte den Analysten Googles Rezept jedoch nicht verraten und antwortete mit der Vorstellung, dass die Sprachsuche die Suche am Desktop und am Handy nicht ersetzen, sondern einen zusätzlichen Weg darstellen werde, um mit Google zu interagieren. „In der Gesamtsumme vergrößert das den Kuchen,“ („The sum total of all of this: It expanded the pie,“) sagte er.

Für uns stellen sich die weiterführenden Fragen:

  • Ok Google, sind bezahlte Empfehlungen, die zwischen neutralen Informationen per Sprachassistent ausgespielt werden, Zutaten, die Du als Backtriebmittel in den Kuchenteig rühren wirst?
  • Ok Google, werden Dir die Nutzer alles glauben müssen, wenn ein kritischer Blick auf die Quellen und weiterführenden Links fehlt?
  • Ok Google, wird das Wissen in den Nutzer-Köpfen schrumpfen, wenn es nur noch eine Facette der Antwort als Suchergebnis gibt?

Wir bleiben für Sie in der Backstube.

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