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Bounce Rate und Verweildauer: So werten Sie das Userverhalten mithilfe von Google Analytics korrekt aus (Teil 1)

Sie betreiben eine Website, einen E-Commerce-Shop oder einen Blog. Die Informationen, die Sie teilen, der Content, den Sie produzieren, sind sorgfältig recherchiert und aufbereitet. Natürlich immer mit der Zielgruppe im Blick. Doch wenn Sie Google Analytics öffnen und sich dort die contentbezogenen Daten ansehen, rockt gar nichts mehr:

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Sie fragen sich:

  • Wieso ist die Verweildauer (Sitzungsdauer) der User auf der Page so kurz?
  • Warum beträgt die Absprungrate 90 Prozent und mehr?
  • Wird der Content, den ich produziere, dann überhaupt gelesen?

Wenn Ihnen diese Situation bekannt vorkommt, sind Sie bei uns goldrichtig. Denn ROCKIT bringt in der neuen, 3-teiligen Serie zu Content und Nutzerverhalten Licht ins Dunkel und hilft Ihnen, Fehler und Missverständnisse zu vermeiden.

Welche Aussagekraft haben die Google Analytics-Daten überhaupt zu Content und Userverhalten?

Erst einmal: Ihr Content ist nicht notwendigerweise schlecht erstellt oder falsch platziert. Denn Daten werden seitens Google Analytics standardmäßig nicht so sauber erhoben, wie es wünschenswert wäre. Dadurch ist es schwierig, Zusammenhänge herzustellen, und ohne die Zusammenhänge zu verstehen, handelt man natürlich viel zu oft ins Blaue hinein.

Wir sollten deshalb die relevanten Key Performance Indicators (KPIs) noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen. Denn der Teufel steckt auch hier im Detail!

  • Bounce Rate

Auch bekannt als: Absprungrate.

Ein Nutzer ruft eine Seite auf und verlässt diese wieder (indem er z. B. den Browser/Tab schließt oder den Back-Button drückt). Dieser Vorgang zählt als Bounce. Und zwar unabhängig davon, wie viel Zeit der User auf der Seite verbracht hat. Erst, wenn der Nutzer eine weitere Seite innerhalb der Domain aufruft – d. h., einer internen Verlinkung folgt – springt er nicht mehr ab („bounced“ er nicht mehr).

(Merke: Die Bounce Rate ist nicht zu verwechseln mit der Ausstiegsrate oder Exit Rate. Letztere bezeichnet den prozentualen Anteil der Besucher einer Page, der den Webauftritt auf genau dieser Seite wieder verlässt. Anders als bei der Bounce Rate liegen hier also mehrere Seitenaufrufe oder Events innerhalb der besuchten Website vor!)

Betrachtet man nur den organischen Traffic, kann die Bounce Rate der Zielseiten auch als „Return-to-SERP-Rate“ verstanden werden. Daher ist die Bounce Rate für die Auswertung ein extrem wichtiger Wert.

  • Verweildauer

Auch bekannt als: durchschnittliche Besuchszeit.

Die Verweildauer soll, oder besser gesagt: kann, einen Hinweis darauf liefern, wie interessant der Content einer Page ist. Sie kann jedoch nur gemessen werden, wenn der Besucher nicht „bounced“ bzw. kein Event auslöst. Die Zeit zwischen den messbaren Events wird hierfür von Google erfasst. In der Standardeinrichtung von Google Analytics ist das die Zeit zwischen dem Aufruf der Seite und dem Aufruf einer weiteren Seite der Domain.

Allerdings: Diese Methode unterscheidet nicht zwischen Nutzern, die aufmerksam lesen und denen, die zwischendurch telefonieren, einen Kaffee holen oder was auch immer tun, ohne währenddessen die Sitzung zu schließen. Die Werte sind also mit Vorsicht zu genießen. Und noch einmal: „Bounced“ der Besucher, also springt er von der Seite ab, wird überhaupt keine Verweildauer erhoben.

Werte können zusätzlich dadurch verzerrt werden, dass Google Analytics die Verweildauer nicht sichtbarer Tabs mit in die Analyse aufnimmt. Ohne Interaktion endet die Verweildauer dann zusammen mit der Sitzung – in der Standardeinstellung ist dies nach 30 Minuten der Fall. Noch mal zur Veranschaulichung:

Angenommen, der Nutzer öffnet eine Page innerhalb Ihrer Website, liest für 5 Minuten, öffnet anschließend einen neuen Tab, beispielsweise YouTube, und verbringt dort die folgenden 20 Minuten. Anschließend kehrt er zurück zur ersten Page und löst ein Event aus bzw. öffnet eine weitere Seite Ihrer Domain. In diesem Fall wird der zuerst aufgerufenen Seite eine Verweildauer von 25 Minuten zugeschrieben!

Nicht Ihr Content ist schlecht – sondern Ihr Tracking!

Festzuhalten ist: Eine hohe Absprungrate führt zwangsläufig auch zu einer niedrigen Verweildauer. Nutzer, die bouncen, verbringen bei der Standardeinrichtung von Google Analytics 0 Sekunden auf der Webseite.

Wie wir gelernt haben, ist ein Bounce aber nicht immer ein „echter“ Bounce: User, die den gesamten Inhalt der Seite durchlesen und sich das 4-Minuten-Video zu Ihrem Produktlaunch ansehen, dann aber die Seite ohne Umwege verlassen, werden als Abspringer gezählt, obwohl der Content sie ganz offensichtlich interessiert hat! Das ist seitens Google Analytics einigermaßen unsauber ausgeführt.

Die Lösung: Nehmen Sie das Problem selbst in die Hand und beheben Sie es nachhaltig mit zwei Schritten, indem Sie

  1. das User-Timing-Tracking, also das Tracking der Verweildauer, anpassen
  2. die Erfassung der Bounce Rate optimieren

Wie Sie das konkret und erfolgreich in die Tat umsetzen, erklären wir im .

Sie möchten tiefer in Analytics eintauchen?
Wir rocken das für Sie!