Bounce Rate und Verweildauer: Das Userverhalten positiv beeinflussen (Teil 3)

In den ersten beiden Teilen unserer „Bounce Rate und Verweildauer-Serie“ haben wir gezeigt, welche Missverständnisse beim Interpretieren der contentbezogenen Daten aus Google Analytics entstehen können, und welche Maßnahmen Sie dagegen ergreifen sollten. Wenn Sie unsere zur individuellen Anpassung des Trackings umgesetzt haben, wollen Sie nun natürlich wissen, was Sie klugerweise mit den daraus resultierenden Ergebnissen anfangen können.

Scroll-Tiefe auswerten

Zunächst sollten Sie die durchschnittliche Scroll-Tiefe ermitteln, um im nächsten Schritt die Scroll-Tiefe der einzelnen Seiten mit dem Durchschnitt vergleichen zu können. Zwingend notwendig ist das zwar nicht, jedoch sehr praktisch zur Orientierung (warum, erklären wir Ihnen weiter unten ausführlich).

Öffnen Sie zunächst also Google Analytics >> Verhalten >> Ereignisse >> Wichtigste Ereignisse. Dort werden nun alle ausgelösten Ereigniskategorien angezeigt, darunter die neu angelegten „Scroll Depth“ & „Timer“.

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Durch einen Klick auf „Scroll Depth“ und dann auf „Percentage“ gelangen Sie in die Übersicht aller ausgelösten Scroll-Tracking-Ereignisse.

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Lassen Sie sich an dieser Stelle nicht von den Prozentzahlen hinter den Ereignissen verwirren. Diese bedeuten nicht, dass nur 23.93 % bis zu 25 % gescrollt haben!

4.751 User haben die Baseline gesehen, davon haben

  • 2.737 (57,61 %) bis zu 25 % gescrollt
  • 2.008 (42,26 %) bis zu 50 % gescrollt
  • 1.367 (28,77 %) bis zu 75 % gescrollt
  • 575 (12,10 %) bis zu 100 % gescrollt

Jetzt können Sie einzelne Seiten mit dem Durchschnitt vergleichen.

Scroll-Tiefe & Timings einzelner Seiten auswerten

Nachdem Sie die durchschnittliche Scroll-Tiefe festgestellt haben, können Sie nun die Scroll-Tiefe einzelner Seiten betrachten und diese Werte miteinander vergleichen. Verhält sich z. B. eine Seite schlechter als der Durchschnitt, könnte man über Optimierungen nachdenken.

Aber Achtung: Eine Seite ist nicht unbedingt schlecht, nur weil das Nutzerverhalten unterdurchschnittlich ist! Unsere Startseite verhält sich beispielsweise stark unterdurchschnittlich, was die Scroll-Tiefe und die Sitzungsdauer betrifft, dennoch erfüllt sie das, was sie soll, sehr gut.

Um die Scroll-Tiefe einzelner Seiten auswerten zu können, öffnen Sie zuerst in Google Analytics Verhalten >> Ereignisse >> Seiten:

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Dann auf eine der angezeigten Seiten klicken und die benötigte Ereigniskategorie auswählen, um die Ereignisse der Seite zu erhalten.

Scroll-Tiefe:

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Zur Erläuterung des obigen Bildes: Bei insgesamt 728 Ansichten der Baseline gab es

  • 306 Aufrufe (42,03 %) mit einer Scroll-Tiefe von 25 % – unterdurchschnittlich
  • 212 Aufrufe (29,12 %) mit einer Scroll-Tiefe von 50 % – unterdurchschnittlich
  • 165 Aufrufe (22,66 %) mit einer Scroll-Tiefe von 75 % – unterdurchschnittlich
  • 115 Aufrufe (15,80 %) mit einer Scroll-Tiefe von 100 % – unterdurchschnittlich

Timer:

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Um aus den Ereignissen des Timer-Events schlau zu werden, müssen Sie die Events mit der Anzahl der Seitenaufrufe des gleichen Zeitraums vergleichen:

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Was können Sie mit diesen Daten nun anfangen? Ziehen Sie die 241 Ereignisse (Events) mit einer Dauer von 15 Sekunden von Ihren 509 Seitenaufrufen ab. Das Ergebnis sind 268 Seitenaufrufe  – also 52 % aller Seitenaufrufe – die kürzer waren als 15 Sekunden. (Zum Vergleich:  Über die normale Auswertung mit Google Analytics wüssten Sie jetzt lediglich, dass die durchschnittliche Besuchszeit bei 2 Minuten und 26 Sekunden liegt!) Sie bemerken in diesem Zusammenhang vermutlich selbst: Eine Zeitspanne von weniger als 15 Sekunden ist kurz, um sich wirklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Plus: Das Scroll-Verhalten auf dieser Seite ist unterdurchschnittlich.

Fazit: Sie haben hier einen interessanten Hinweis darauf erhalten, dass der Inhalt der Seite oberhalb der Falz optimiert werden sollte! Dadurch können Sie die Besuchszeit steigern und ein Weiterlesen des Users anregen.

Noch ein paar Beispiele häufig auftretender Ergebnisse, anhand derer wir erklären möchten, wie Sie das Userverhalten in die „richtigen“ Bahnen lenken:

Ihre User scrollen anscheinend nicht tief genug nach unten?

In diesem Fall sollten Sie die Seite auf störende Elemente hin untersuchen, die fälschlicherweise als das Ende der Seite wahrgenommen werden, und diese entfernen. Bei längeren Artikeln sollten Sie außerdem ein Inhaltsverzeichnis hinzufügen, sodass der User die ungefähre Länge/Lesedauer abschätzen kann.

Ihre User scrollen zwar bis nach unten – die Besuchszeit scheint Ihnen aber dennoch viel zu kurz?

Probieren Sie einmal, die Anzahl der Worte der Seite durch die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit von etwa 160 Worten pro Minute zu teilen. Möglicherweise stellt sich heraus, dass Sie die Dauer lediglich als zu kurz empfinden! Falls nein, so gibt es einige Möglichkeiten, den Inhalt ansprechender zu gestalten:

  • Überprüfen Sie, ob der Text wirklich das hält, was er verspricht. Nehmen Sie ggf. entsprechende Anpassungen vor (aussagekräftige Überschrift, veranschaulichendes Bild über der Falz)
  • Fügen Sie auch im fortlaufenden Text Bilder hinzu, um den Lesefluss aufzulockern
  • Videos können die Verweildauer stark erhöhen – vorausgesetzt, sie passen zum Inhalt
  • Gleiches gilt für interaktive Elemente (z. B. eine Slideshow)

Wir hoffen, Ihnen mit unserer Serie „Bounce Rate und Verweildauer“ Hilfestellung beim Bezwingen des Datendickichts in Google Analytics gegeben zu haben. Im besten Fall haben Sie jetzt das perfekte Tracking für Ihre Website oder Ihren Onlineshop, erstellen idealen Content – und zwar an der richtigen Stelle – und verstehen die Entscheidungen Ihrer User besser.

Haben wir etwas vergessen? Sollen wir einen bestimmten Punkt ausführlicher erklären? Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie unbedingt mit uns diskutieren wollen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

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