Abmahnung der comm-press GmbH wg. unverlangter eMail-Werbung!?

Datiert mit 11.12.2012 erreichte uns das folgende Schreiben von Rechtsanwalt Kühnel von der Rechtsanwaltskanzlei SCHWENKE aus Berlin. Darin wird die Vertretung/ Vollmacht der comm-press GmbH, Altonaer Poststraße 9a in 22767 Hamburg angezeigt.

Warum?

Am 3.12.2012 erlaubten wir uns an die Adresse info@comm-press.net folgende Mail zu senden:

> ——– Original-Nachricht ——–

> Betreff: Wir würden gerne auf Ihre Website verweisen

> Datum: Mon, 03 Dec 2012 14:52:59 +0100

> Von: L M aier

> An: info@comm-press.net

>
> Guten Tag Herr Frohwein,
>
> bitte gestatten Sie mir, Sie als Betreiber der Website
> http://www.mauzers-shopping-guide. de/ anzusprechen.
>
> Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen: mein Name ist L M aier
> und ich bin tätig für die Firma Rockit Internet in München.
>
> Der Anlass dieses Schreibens ist, dass wir Ihre Seite in einem
> Webkatalog gefunden haben und sehr gerne von einer thematisch passenden
> Website, genauer: von einem themenrelevanten Artikel, oder aus einem
> neuen, übersichtlichen Verzeichnis auf Ihre Seite verweisen möchten, um
> unseren Lesern mit weiterführenden Informationen dienen zu können.
>
> Gleichzeitig erhoffen wir uns, dass Sie die Website eines Anbieters aus
> dem Lifestylebereich und gerne auch unsere eigenen Projekte im Web
> dahingehend überprüfen, ob die Erwähnung – sowie ein Verweis zu – einer
> dieser Adressen auf Ihrer Website in Frage kommt. Es handelt sich um
> stark nachgefragte Seiten mit einem hohen Wert für die Nutzer. Wir
> denken, dass sie auch den Besuchern Ihrer Website wertvolle Information
> bieten werden und dass sich unsere Seiten deshalb sehr gut ergänzen können.
>
> Für Ihre kurze Antwort bedanke ich mich, freue mich auf Ihre
> Rückmeldung, nach der wir die Details besprechen können, und verbleibe
>
> mit besten Grüßen,
>
> L M aier
>
> ROCKIT-INTERNET GmbH
> SEO – Cutts & Rock‘n Roll
> Lutzstr. 2 80687 München
> http://www.rockit-internet.de
> fon: +49 (0)89 1392831-35
> fax: +49 (0)89 1392831-59
> mail: l .m aier @ rockit-internet.de>

Mails dieser und ähnlicher Art sind für den geneigten Leser nichts neues. Für uns ist in unserer 10jährigen Historie neu, dass dies ein Unternehmen zum Anlass nimmt, uns anwaltlich unterstützt aufzufordern, dies zu unterlassen.
Nach einem ersten Studium dieses Dokumentes, und nach dem der erste Ärger über so ein xxx-Verhalten verflogen war, machte ich mich bei XING auf die Suche nach entsprechenden Ansprechpartnern. Denn als Geschäftsmann guten Glaubens war ich der Meinung, man müsste in so einem Fall doch zuerst einmal miteinander reden. Daher versuchte ich, einen der Geschäftsführer von comm-press, Karsten Frohwein, zu erreichen. Ich erlaubte mir die Frage, ob eine solche Vorgehensweise denn not tut, da wir uns ja auch entschuldigt und eines Blacklistings versichert hatten. Leider bekam ich bis heute darauf keine Antwort.

Aber nun weiter im Text. Unser werter Mitarbeiter hat dann auf seine Anfrage hin folgende Mail erhalten:

> Sehr geehrte Damen und Herren,
>
> am 03.12. haben Sie uns eine Werbemail an info@comm-press.net geschickt,
> welche an info@comm-press.de weiter geleitet wurde.
> Aus unserer Sicht erfolgt dies unaufgefordert und auch ohne unsere
> Zustimmung.
>
> Bitte teilen Sie uns kurzfristig – spätestens jedoch bis Freitag, den
> 07.12.12 mit – wann, durch wen und auf welchem Wege eine Zustimmung
> durch uns erfolgt sein soll.
>
> Sofern dies ohne unsere Einwilligung geschehen sein sollte, teilen Sie
> uns bitte mit, auf welchem Wege Sie in den Besitz unserer Daten gelangt
> sind, löschen diese und bestätigen uns mit selber Frist die Löschung.
>
> Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns rechtliche Schritte gegen
> Ihr Unternehmen vorbehalten, sollten Sie diese Mails tatsächlich ohne
> unsere Einwilligung verschickt haben oder Sie dieser Frist nicht nachkommen.
>
> –
>
> Mit freundlichen Grüßen,
>
> Ralf Hendel
> comm-press GmbH
>
> ———————————-
>
> comm-press GmbH
> Altonaer Poststraße 9a
> 22767 Hamburg
> T 040 350 80 140
> F 040 350 80 135
> ralf.hendel@comm-press. de
> www.comm-press .de
> www.xing.com/profile/Ralf_Hendel
>
> Amtsgericht Hamburg, HRA 85513
> Geschäftsführer: Karsten Frohwein, Ralf Hendel
> Finanzamt Hamburg-Mitte – UStID DE232837143

Diese hat unser Mitarbeiter wiederum wie folgt beantwortet:

Sehr geehrter Herr Hendel,

wie ich der von Ihnen generierten Antwort entnehme, sind Sie an unserem Angebot, welches übrigens eine Kooperation anbietet und keine Produkte oder Seiten bewirbt, nicht interessiert.

Folglich werde ich wie gewünscht ihre Daten aus unserem System löschen und Sie in Zukunft nicht mehr kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen,

L. M aier

Rockit-Internet

Da dieser Umstand für uns und unsere Branche in unseren Augen ein sehr betrachtenswerter Umstand ist, haben wir hier zur Information und Kommentierung das Anschreiben des die Fa. comm-press vertretenden Anwaltes eingefügt.

Im Anschluss findet sich unsere Antwort, in der wir erklären, warum wir zum einen keine Unterlassungserklärung abgeben. Denn eine solche vorschnell zu unterschreiben, empfiehlt der gegnerische Anwalt/ Kanzlei ja höchstselbst auf deren Seiten. Zum anderen erklären wir darin, dass wir keine gerechtfertigten Ansprüche u.a. hinsichtlich der entstandenen Kosten sehen. Und nicht zuletzt müssen wir ja auch aus Unternehmenssicht prüfen, ob und inwieweit die Fa. comm-press mit dieser Aufforderung einen Eingriff in unseren ausgeübten und eingerichteten Gewerbebetrieb darstellt.

Interessant sicherlich dabei auch, auf welche Gesetze und Urteile hier Bezug genommen wird. Die angeführten Kosten beziehen sich auf einen Gegenstandswert von € 5.000.-

Dazu freuen wir uns über zahlreiche Meinungen und Kommentare.

Schreiben der Kanzlei:


– Vorab per Fax an 089 – 139 283 159 –
Ansprechpartner für Rückfraeen: RA Kühnel
THOMAS SCHWENKE LL.M.
Rechtsanwoltskonzlei
Rechtsonwolt Thomos Schwenke
LL.M.(Aucklond), Dipl.-FinWirt (FH)
Bundesplatz 8, l0715 Berlin
konzlei@rechtsonwolt-schwenke.de

Unerwünschte Email-Werbung
comm-press GmbH .l .ROCKIT-INTERNET GMBH

Sehr geehrte Damen und Herren,
in vorbezeichneter Angelegenheit zeigen wir die Vertretung der comm-press GmbH, Altonaer
Poststraße 9a, 22767 Hamburg an. Das Vorliegen einer entsprechenden Vollmacht wird
anwaltlich versichert.

Unsere Mandantin erhielt auf ihren geschäftlich Email-Account (info@comm-press.de) am
03.12.2012 unverlangt Emailwerbung, versendet von der Emailadresse (l .
m aier @ rockit-internet.de) (s. Anlage Werbeemail). Als Werbung ist jede Handlung mit
dem Ziel der Förderung des eigenen oder fremden Absatzes oder Bezugs von Waren oder
Dienstleistungen anzusehen. Zur Werbung gehören auch Nachfragen betreffend die Teilnahme
an Werbenetzwerken, Linktauschangeboten o.ä. IBGH Urteil vom 17.07.2008 – Az: I
ZR197/05.
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Die Werbung mittels Email stellt eine unzulässige Belästigung im Sinne von §§ 823,1004 BGB
dar, da sie die Aufmerksamkeit des Betroffenen über Gebühren hinaus in Anspruch nimmt
und zu einer unzumutbaren Belastung des Privat- und Arbeitsbereichs führt. Bei dem Versand
auf beruflich genutzten Mail-Accounts liegt zudem ein zielgerichteter Eingriff in den
eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb gemäß § 823 Abs. 1 BGB vor. Dies ergibt
sich bereits aus § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und entspricht
der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil 11.03.2004 – I ZR81/01;
BGH, Beschluss vom 20.05.2009 – I ZRZ 218/07; BGH, Beschluss vom 10.12.2009 – I ZR
201/07.

Unsere Mandantin und deren Mitarbeiter haben in den Empfang einer solchen Emailwerbung
weder ausdrücklich oder konkludent eingewilligt, noch wurden sie im Rahmen einer
Geschäftsbeziehung empfangen. Die Beweislast für eine solche Einwilligung liegt nach der
Rechtsprechung auf lhrer Seite. Ebenso ist es nicht ausreichend, dass unsere Mandantin ihre
Kontaktdaten öffentlich gemacht hat oder Sie mutmaßten, sie wäre an lhren Leistungen interessiert.
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die öffentlichen Kontaktdaten nur
für Nachfragen nach Leistungen des Unternehmens, das sie veröffentlicht hat, verwendet
werden dürfen [BGH Urteil vom 17. Juli 2008 – AZ: I ZR75/06]. Dazu gehören nicht Nachfragen
betreffend die Teilnahme an Werbenetzwerken, Linktauschangeboten o.ä. [BGH Urteil
vom 17.07.2008 – Az: I ZR 197/05].

Des Weiteren können Sie sich nicht auf einen lrrtum berufen. ln diesem Zusammenhang ist
auf die Entscheidung des BGH vom 11.03.2004, Az.: I ZR 81/O1, zu verweisen, worin entschieden
wurde, dass der Werbende durch geeignete Maßnahmen sicherstellen muss, dass
es nicht zu einer fehlerhaften Zusendung von E-Mails zu Werbezwecken – wie in dem entschiedenen
Fall – z.B. aufgrund eines Schreibversehens eines Dritten kommt.

Ferner hat unsere Mandantin am 03.12.2012 eine Anfrage gestellt, in der sie Sie aufforderte
bis zum 07.12.2012 mitzuteilen, wann und auf welchem Wege, eine Einwilligung erfolgt ist.
Der Anspruch auf die Beantwortung der Anfrage ergibt sich insbesondere aus § 34 BDSG.
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Aus lhrer Antwort ergab sich nicht, dass unsere Mandantin in den Empfang der von lhnen
versenden Werbung eingewilligt hat. lnsbesondere stellt die Veröffentlichung der Daten in
einem öffentlichen Verzeichnis keine Einwilligung in den Empfang von Werbung dar [BGH
Urteil vom 17.07.2008, Az. I ZR 197/05; BGH Urteil vom 17.07.2008 – I ZR 75/061.

Auch reicht die Löschung der E-Mailadresse aus dem Verteiler für die Beseitigung der
Wiederholungsgefahr nicht aus. Die deutschen Gerichte, wiederholen in ständiger Rechtsprechung,
dass bereits eine unerwünschte Werbe-Email das Recht zur Abmahnung begründet
und ein Verweis des Versenders auf die Möglichkeit der Abbestellung des Emailversandes
nicht ausreichend ist Eine wettbewerbsrechtliche Wiederholungsgefahr tritt bereits mit
der ersten Rechtsverletzung ein und kann nur durch eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung
ausgeräumt werden (so auch OLG Koblenz, Beschluss vom 10.06.20031 W 342/03; OLG Düsseldorf, Urteil vom 22.09.2004,
AZ: I-15 U 41/04).

Wir fordern Sie daher auf, bis zum

24.12.2012 (Frohe Weihnachten! Anmerkung des hier bloggenden Authors!)

1. die Zusendung unverlangter Emails an unsere Mandantin unverzüglich zu unterlassen
und
2. hierzu eine dem beiliegenden Muster entsprechende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung
abzugeben (hier weisen wir darauf hin, dass die Beschränkung der
Unterlassungserklärung auf die E-Mailadresse, an die die Werbung verschickt worden
ist, nicht ausreichend ist, da unsere Mandantin insgesamt einen Anspruch hat, keine
unverlangte E-Mailwerbung von lhnen zu empfangen [OLG Hamm, Urteil vom
14.05.2009 – 4 U 192/08; LG Berlin, Beschluss vom 16.10.2009 – 15 T 7/09)], sowie
3. die Kosten unserer Mandantin zu ersetzen.

oder eine Einwilligung unserer Mandantin in den Werbeempfang nachzuweisen.

Zur Fristwahrung genügt der rechtszeitige Eingang der Unterlassungserklärung per Telefax,
sofern das Original unverzüglich auf dem Postweg folgt.
Seite 3 von 7

Zur Vereinfachung der Vermeidung von künftigen Verstößen teilen wir lhnen desweiteren
auch die Domains unserer Mandantin mit, die comm-press.de, comm-press.net,
dxtribute.org, dxtribute.com und dxtribute.de lauten.

Der Anspruch unserer Mandantin auf Ersatz ihrer Kosten ergibt sich aus Geschäftsführung
ohne Auftrag nach §§ 677, 683 Satz 1, § 670 BGB.

Die Kosten sind bis zum 27.L2.2O12 durch Überweisung auf das Konto der Rechtsanwaltskanzlei
Schwenke, bei der Deutsche Kreditbank AG, Konto 1016 6182 23, BLZ 120 300 00 zu
erstatten, und zwar aus einem Gegenstandswert von 5.000 EUR

1,3 Rechtsanwaltsgebühr gemäß §§ 2,13,14 iVm Nr. 2300 VV RVG 391,30 €
Post und Telekommunikationspauschale gemäß § 2 Abs.2 RVG iVm Nr. 7002 VV RVG 20,00 €
Zwischensumme (netto) 411,30 €
USt (kein Umsatzsteuernachweis, da unsere Mandantin vorsteuerberechtigt ist)
Gesamtsumme 411,30 €

Sollten Sie den vorgenannten Aufforderungen innerhalb der gesetzten Frist nicht nachkommen,
so werden wir unverzüglich gerichtliche Schritte einleiten.

Bitte beachten Sie, dass das Argument dieses Schreiben nicht erhalten zu haben, vor Gericht
nicht gehört wird. Das Schreiben erhalten Sie zu lhren Gunsten, um eine teurere gerichtliche
Auseinandersetzung zu vermeiden [BGH, Beschluss v. 21.12.2006, Az. I ZB 17/06.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt René Kühnel
LL.M. (University of Auckland)
Seite 4 von 7

Unlerlassungs- und Verpflichlungserklörung

Hiermit verpflichtet sich die
ROCKIT-INTERNET GMBH, Lutzstraße 2, D – 80687 München
vertreten durch den Geschäftsführer Ralf Zmölnig

im Folgenden „Schuldnerin“,

gegenüber der

comm-press GmbH, Altonaer Poststraße 9a, 22767 Hamburg
vertreten durch die Geschäftsführer Karsten Frohwein, Ralf Hendel

im Folgenden „Glöubigerin“,

1. es zu unterlassen, an die G!äubigerin Werbenachrichten per Email zu versenden, es
sei denn, die Gläubigerin hat zuvor dem Versand ausdrücklich zugestimmt oder es
hat zuvor eine Geschäftsbeziehung bestanden,

2. für jeden Fall der schuldhaften Zuwiderhandlung gegen die vorbezeichnete Unterlassungsverpflichtung
eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.100 Euro an die Gläubigerin zu zahlen.

Ort, Datum Unterschrift
Seite 5 von 7
Auf den folgenden Seiten folgte nur mehr administratives.

Wir haben uns dazu erlaubt am 20.12. wie folgt zu antworten:

RAe Röhl — Dehm & Partner — Moritzplatz 6 — 86150 Augsburg
Kanzlei für Wirtschaftsrecht,— Neue Medien,— Steuerrecht

Kanzlei:
Moritzplatz 6
86150 Augsburg
Telefon: 0821 / 319 53 88
Telefax: 0821 / 319 53 89
E-Mail : info@ rdp-law.de
www.rdp-law.de

Augsburg, den 20.12.2012

Sehr geehrte Kollegen,
hiermit zeigen wir die rechtsanwaltliche Vertretung der Rockit Internet
GmbH, München an. Eine entsprechende ordnungsgemäße Bevollmächtigung wird anwaltlich versichert.

Unsere Mandantin legte uns Ihr Schreiben 11.12.2012 vor und wir nehmen dazu wie folgt Stellung:

Unsere Mandantin wird die von Ihnen geforderte Unterlassungserklärung nicht abgeben, da im vorliegenden
Fall ein Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb Ihrer Mandantin
nicht vorliegt und darüber hinaus dass von Ihnen verlangte Verhalten auch gar nicht in
diesem Umfang im Rahmen des § 823 .1004 BGB verlangt werden kann.

Zum Einen gehen wir davon aus, dass es sich bei der von Ihnen vorgelegten Anfrage an Ihre Mandantin nicht
um Werbung handelt. Um einen reibungslosen Ablauf im Geschäftsleben zu ermöglichen ist es nötig,
dass andere Unternehmen über eine Verlinkung auf ihre Webseite informiert werden dürfen.
Es handelt sich hierbei eben nicht um Werbung im Sinne der Werberichtlinie bzw. im Sinne des
§ 7 UWG, da im vorliegenden Fall die Erbringung von Dienstleistungen gegenüber Ihrem Mandanten nicht
beworben wurde. Es ging im vorliegenden Fall eben nicht darum Ihrem Mandanten Dienstleistungen
unserer Mandantin näher zu bringen und zu vertreiben oder deren Absatz zu fördern. Im Übrigen
spricht dass von Ihnen zitierte BGH Urteil vom 17.07.2008 nicht davon, dass das hier beanstandete
Verhalten eindeutig Werbung darstellt. Eine solche Aussage ist im Urteil nicht enthalten und wäre
im vorliegenden Fall auch falsch.

Zum anderen handelt es sich nicht um einen wettbewerbsrechtlichen Anspruch, den Sie hier
geltend machen, sondern um einen zivilrechtlichen Anspruch aus §§ 823, 1004 BGB.
Grundsätzlich sind es zwar ähnliche Voraussetzungen, die im Verhältnis von §§ 823, 1004
BGB zu § 7 UWG bestehen, doch ist der Umfang der Unterlassungsverpflichtung bei §§ 823,
1004 BGB weit geringer, so dass die von Ihnen geforderte grenzenlose Unterlassung der
Versendung von Emails von §§ 823, 1004 BGB nicht gedeckt ist. Die Abmahnung ist also
wesentlich zu weit und fordert unabhängig von Ihrer zweifelhaften Berechtigung ein
Verhalten, dass nicht verlangt werden kann.

Wie bereits gesagt liegt außerdem im vorliegenden Fall alleine schon deshalb kein Eingriff in
den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb vor, da eben eine belästigende Werbung
gar nicht gegeben ist. Da die Voraussetzungen des § 7 nicht erfüllt sind, bleibt auch kein
Raum für eine Anwendung des §§ 823, 1004 BGB.

Insgesamt kommen wir daher zu dem Ergebnis, dass ein Anspruch gemäß §§ 823, 1004 BGB
im vorliegenden Fall nicht besteht. Wir müssten nunmehr prüfen, inwieweit Ihr Anschreiben
bzw. Ihre Aufforderung einen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb
unserer Mandantin darstellen würde.

Sollten Sie also an Ihren nicht bestehenden Ansprüchen weiter festhalten, müssen Sie diese
gerichtlich geltend machen. Wir sind diesbezüglich als prozessbevollmächtigt zu betrachten
und sehen einem entsprechenden Verfahren mit großer Gelassenheit entgegen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Christian Röhl
Rechtsanwalt

Fazit

Nicht zuletzt hatten wir uns ja diese eMail erlaubt, da wir auf der Site, auf die wir uns bezogen, u.a. folgende
Artikel finden http://www.mauzers-shopping-guide. de/deko/steiffs-erzgebirgestand. Und gibt das nicht
Grund genug anzunehmen, dass der Betreiber einer solchen Site daran interessiert ist, wenn wir in
einer unserer zahlreichen, redaktionell betreuten Auftritte darauf verweisen wollen?
Und gibt eine
solche Site nicht Grund genug zur Annahme, dass weiterführende Informationen gewünscht sind? Tja, das
müssen wohl im schlimmsten Fall jetzt die Gerichte klären.

Vielleicht kann uns die Fa. Comm-press ja sagen, ob sie auch so reagiert, wenn ein in deren Augen für sie relevantes
Branchenblatt anfragt, ähnlich zu reagieren?

Insgesamt ein höchst unerfreulicher Umstand, so kurz vor dem Fest der Liebe. Nichts desto trotz
wünschen wir allen Beteiligten, Lesern und Interessierten eine wunderschöne Weihnacht! Und uns und anderen, dass so manch
einer die Kirche doch einfach mal im Dorf lässt.

Und wie anfangs angeführt, freuen wir uns über zahlreiche Meinungen und Kommentare zu diesem Vorgang.

Ralf Zmölnig

 

Ergänzung:

 

Wie soll und darf man das eigentlich interpretieren? O-Ton:

Wer also was bestimmtes sucht darf mich gerne jederzeit anschreiben. Auch einige Shitajikis / Pencilboards habe ich im Angebot.

Über den Autor

Ralf Zmölnig

Ralf Zmölnig

CEO & SEO bei ROCKIT-INTERNET GmbH

Seit Nov. 2002 rockt Ralf Zmölnig Google und seine SERP´s.

Kommentare

15 Antworten zu “Abmahnung der comm-press GmbH”

  1. Elke am

    Sehe ich auch so,… die haben da noch ein Projekt „rumhängen“, und pissen jetzt jeden an, der sie darüber anspricht. Vllt. sollten Sie euch und anderen die Zeit ersparen solche Projekte mit der Einladung zur Kommunikation einfach abschalten oder verschrotten oder verkaufen. Aber deshalb einen Anwalt einschalten ist ja ultralächerlich!

    Antworten
  2. Markus am

    Zugegeben, solche Mails bekomme ich häufig und sind nicht besonders kreativ. Aber schlimm finde ich es nicht, kann ja sogar sein, dass es etwas bringt. Je nachdem, welche Websites angeboten werden.

    Aber die Reaktion von comm-press ist einfach zu hart. Die Abmahnung klingt auch einfach nur lächerlich. Beim Lesen dachte ich mir „Ist das deren Ernst?“ 5000 Euro Streitwert sind auch einfach nur lächerlich und dieser Aspekt zeigt mir wiedermal, dass es mit den Abmahnungen viel zu einfach ist und damit großer Schaden angerichtet wird.

    Haltet uns bitte auf dem Laufenden, ich hoffe das ihr siegt und am besten dem Gegner noch einen mitgeben könnt.

    Antworten
  3. Dietmar am

    Moin!

    Ich habe selbige email ebenfalls erhalten.
    Da der oben zitierte Text nahezu identisch ist mit dem,
    den ich erhalten habe, gehe ich mal davon aus, dass
    da anscheinend eine Art Massenrundsendung
    gemacht wurde (frei nach dem Motto „einer wird schon
    drauf anspringen“?) Mich hat die email ebenfalls
    geärgert , nur hatte ich wichtigeres zu tun, als ne
    Abmahnung zu verschicken. Für mich ist Linktausch
    ein Geschäft wie jedes andere auch, insofern :

    Chapeau Ralf Hendel!

    AhoI!

    Antworten
  4. Carsten am

    Schade das die abmahnende Firma nicht einmal zu einem Gespräch bereit war…

    Gegenstandswert 5.000 Euro?
    Wie sollen denn 5.000 Streitwert durch 1-2 Mails verursacht werden?
    Selbst wenn man den Stundenlohn für eine studierte Fachkraft, von sagen wir mal 100,00 Euro pro Stunde, zur Hand nimmt. Dann sind 5.000 Euro immer noch weit weg von gut und Böse…

    Ich hoffe für Euch, dass doch noch eine friedliche Einigung mit den Damen und Herren finden könnt.

    Frohe Weihnachten!

    Antworten
  5. Micha am

    Naja… Ihr schlagt in eurer Mail ein Tauschgeschäft vor (Link gegen Link), was einem alltäglichen Tauschgeschäft (dem Kauf) gleichzusetzenden ist (Ware gegen Geld) und wie bei der Prospektwerbung beworben wurde.
    Ergo ist eure Mail unverlangt zugesendete Werbung, wenn dieser vorher nicht zugestimmt wurde.
    Generell bin ich gegen anwaltliche Auseinandersetzungen, aber solche Fälle in Kombination mit einem falschen Zeitpunkt können die Anwälte dann doch auf den Plan rufen.
    Wünsche eine friedliche Einigung.

    Antworten
  6. Tibor am

    Sorry, ich hab es nicht lassen können. Wozu hat man 2000 Verlinkungen bei Facebook und Xing? *gg* Du bekommst jetzt ein paar Leser mehr. Und bitte auch die Geschichte ja weiterführen!

    Antworten
  7. Ralf Zmölnig am

    Es ist doch einfach so, dass Comm-press in meinen Augen einfach subjektiv und selektiv und frustrativ vorgeht. Und warum darf man denn einen Brief schreiben, ohne eine Abmahnung zu bekommen, aber keine Mail? Weil die Post so einge gute Lobby hat!?

    Und ich persönlich behaupte (@Comm press: Meine freie Meinung!), dass Comm-press nicht so reagieren würde, wenn es eine für sie vermeintlich interessante Quelle wäre, die auf sie verweisen wollen würde. Da wir aber nicht in deren Gefälligkeitsfokus fallen, rennen sie zum Rechtsanwalt? Für mich persönlich einfach nur lächerlich. Möchte mal sehen, wie sie reagieren, wenn ich jetzt einen Freund einer reichweitenstarken Seite bitte, sie anzuschreiben. Ob der auch eine Abmahnung bekommt?

    Wie soll man denn in D noch Geschäfte machen, wenn jeder gleich so auf die Kacke haut? Und wir haben sie ja nicht im Sinne von Comm-press sondern wegen http://www.mauzers-shopping-guide.de/ angeschrieben. Dann muss ich sowas halt auch lassen, weil ich es persönlich (meine persönliche, freie Meinung) dann als Honeypot zur Abmahngenerierung betrachte. That´s it! Und wir haben verdammt noch mal ein Recht darauf, dafür zu plädieren, nicht vollkommen verkrampft Geld in die Kassen von Anwälten zu spülen. Wenn sie uns bereits aufgefordert hätten das nicht mehr zu tun, und wir tun es wieder, dann sehe ich dass ja vollkommen ein. So ist es einfach nur wieder ein Paradebeispiel für xxx-Tum deutscher xxx.
    Würde man auch postalisch Firmen nicht mehr ansprechend dürfen, würde ein Raunen durch Deutschland gehen. Mache ich es per Mail, hetzt man mir einen Rechtsanwalt auf den Hals. Das ist für eine führende Volkswirtschaft schlicht und ergreifend unsinnig. Und daher tragen wir das jetzt gerne öffentlich aus. Und im Zuge dessen werden wir einschlägige Stellen anfragen, warum so ein Unsinn in D möglich ist, während ich den per Mailing legal jeden anschreiben darf!?

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